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Kanauj,
die Maukharis und das Caturanga |
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Der
Ursprung des Schachspiels und sein Weg von Indien nach Persien |
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hat
die Münchner Indologin Renate Syed den bedeutendsten Beitrag zur
Entstehungsgeschichte des Schachs erbracht, seit der britische Historiker
Murray 1913 sein fundamentales Werk „A History of Chess" veröffentlichte.
Die beigefügte Kurzbeschreibung gibt Einblick in die aktuellen
Forschungsergebnisse. |
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Die
Autorin steht Ihnen gerne direkt Rede und Antwort; Sie erreichen sie |
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Außerdem erfahren Sie mehr über Renate Syed auf ihrer Homepage
www.renate-sved.de . |
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Das Buch behandelt die verschiedenen
altindischen und persischen Quellen zur frühesten Geschichte des Schachs und
den Weg des Spieles von Indien nach Persien im 6. Jahrhundert n. Chr.; des
weiteren behandelt es die Geschichte der Maukhari-Dynastie, ihre Könige und
ihre verwandtschaftliche Beziehung zu König Harsha aus der
Pushyabhuti-Dynastie. Dargestellt werden auch die im 6. Jahrhundert in
Nordindien herrschenden Vorstellungen von Königtum und Krieg sowie die
Kriegstheorie, denn diese Konzepte waren bestimmend für das Schachspiel. |
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Verschiedenen persischen und arabischen Quellen zufolge übersandte ein
indischer König dem Sasanidenherrscher Khusrau Anushirvan, der von 531 bis
579 in Ktesiphon regierte, das Schachspiel. Eine mittelpersische Quelle, das
Wizarishn i Catrang, das in das späte 6. oder das frühe 7. Jahrhundert
datiert wird, nennt diesen indischen König „Devasharrnan", während er
arabischen Historikern des B. und 9. Jahrhunderts zufolge „Shaharam" oder „Shaharan"
hieß; Firdousi nennt den indischen Übersender des Schachs in seinem Shahname,
das er im späten 10. Jahrhundert fertig stellte, den „Ray von Qanuj", also
den „Raja (König) von Kanauj." |
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Diese
Hinweise deuten auf König Sharvavarman Maukhari, der von 560/65 bis 585 in
Kanauj regierte und während des 6. Jahrhunderts der bedeutendste König
Nordindiens war. |
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Dem
Harshacarita, der Biographie König Harshas, die sein Hofdichter Bana um
630/40 verfasste, ist zu entnehmen, dass am Hofe Harshas in Kanauj um
630/640 Schach auf dem 64Felder-Brett, dem
ashtapada, gespielt wurde.
Harsha aus der Pushyabhuti-Dynastie hatte Kanauj nach dem Tod des letzten
Maukhari-Herrschers Grahavarman (er starb 606) erobert. |
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Bemerkenswert hinsichtlich der Verbindung des Schachs mit der Stadt
Kanauj ist die Beziehung König Harshas zu den Maukharis: König
Sharvavarman Maukhari war der Großvater Grahavarmans, der wiederum
Harshas Schwager war: Harshas Schwester Rajyashri war mit Grahavarman
verheiratet worden. An Harshas Hof spielte man Schach und Harsha hatte
den Thron in Kanauj als Nachfolger der Maukharis bestiegen; daher stellt
sich die Frage: Hatte er auch das Schachspiel von den Maukharis
übernommen? Politische und dynastische Verbindungen zwischen den
Maukharis und den Pushyabhutis bestanden nach indischen Historikern seit
Generationen, und gemeinsam hatten beide Familien im 6. Jahrhundert
Kriege gegen die Hunnen geführt, die nach Indien eingedrungen waren. Es
liegt nahe, dass sie auch kulturelle Güter austauschten. Wenn man um
630/640 in Kanauj Schach spielte, kannte man :das Spiel hier mit großer
Wahrscheinlichkeit auch schon zu der Zeit, als Sharvavarman hier
regierte. Zwischen dem Todesjahr Sharvavarmans, 585, und Banas Erwähnung
des caturanga liegen nur
etwa fünfzig Jahre, und zwischen Sharvavarmans Todesjahr und Harshas
Eroberung der Stadt Kanauj um 610 liegen nur 25 Jahre. |
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